Prostitution und Menschenhandel getrennt voneinander betrachten?

Warum unsere Gesetze gegen den Menschenhandel nicht funktionieren. 

Eine Gespräch mit dem Juristen Dr.Jakob Drobnik und dem langjährigen Ermittler im Rotlichtmilieu Helmut Sporer, Moderation: Silvia Reckermann, AGGB  

Menschenhandel und Prostitution voneinander getrennt zu behandeln, ist absurd, denn das System Prostitution ist auf ständigen Nachschub durch den Menschenhandel angewiesen. Es ist auch nicht den mangelnden Bemühungen der Verfolgungsbehörden anzulasten, wenn  im Kampf gegen den Menschenhandel  kaum Erfolge erzielt werden. Deutschland versteht sich als Rechtsstaat und achtet auf die Einhaltung völkerrechtlicher Normen. Trotzdem bietet gerade dieses Land den besten Nährboden für die sexuelle Ausbeutung und Versklavung von Frauen. Selbst Experten sprechen von einer Kultur der Straflosigkeit.  Warum aber funktionieren unsere Gesetze gegen den Menschenhandel nicht? 

Dieser Frage gehen wir nach mit Dr.Jakob Drobnik, der die Rechtssysteme im Kontext Menschenhandel in mehreren Europäischen Staaten erforscht hat, und Helmut Sporer, der als Kriminaloberrat viele Jahre Ermittlungen im System Prostitution geleitet hat. Wir erfahren mehr über die Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft, Polizei und Justiz und darüber, welche Gesetze wir eigentlich brauchen, um endlich Erfolge im Kampf gegen den Menschenhandel zu erzielen.

Eine Teilnahme ist über den unterstehenden Button möglich.

4
sept
2025
19-
20:30

Neue rechtsethische Studie zur Prostitution und zur Wirksamkeit des Nordischen Modells in Schweden, Norwegen und Frankreich von Dr. Jakob Drobnik

Dr. Jakob Drobnik ist Jurist und ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Christliche Sozialethik an der Theologischen Fakultät der Universität Erfurt. Er lehrt als Dozent an der Technischen Universität in Posen.

Schild am Eingang zur Herbertstraße, Reeperbahn Hamburg, Foto: privat

Dieses Verbotsschild ist im Hinblick auf die Evaluation des Prostitutionsschutzgesetzes durch das KFN umso absurder, da im Bericht von Kund*innen der Prostituierten die Rede ist, und in Zukunft der Zugang zum Gesetz auch für Minderjährige in der Prostitution diskutiert und ggf. ermöglicht werden soll.

 

Stellungnahme der AGGB zur Evaluation des Prostituiertenschutzgesetze vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) im Auftrag des BMFSFJ

Finden Sie bitte unter dem Button MEHR LERNEN unsere ausführliche Stellungnahme und kritische Einordnung zur Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes durch das KFN.

Die 5 wichtigsten Kernaussagen sind: 

  • Die Evaluation des KFN verfehlt aus Sicht der AGGB das eigentliche Ziel eines effektiven Gewaltschutzes in der Prostitution, da sie strukturelle Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel nicht systematisch adressiert und das Dunkelfeld unzureichend berücksichtigt.
  • Die Methodik ist leider unzureichend: Trotz hoher Rücklaufquote bleibt unklar, wer die Fragebögen tatsächlich beantwortet hat, und qualitative Interviews mit Betroffenen waren zu selten und oberflächlich, während Profiteure und Freier unverhältnismäßig viel Raum erhielten.
  • Die Darstellung der Zielgruppe in der Evaluation – vorwiegend deutsche, gebildete und versicherte Frauen im Nebenerwerb – weicht stark von der Realität ab, wie sie aus der Praxis bekannt ist, wo meist sehr junge, oft migrantische und mehrfach belastete Frauen betroffen sind.
  • Besonders scharf kritisieren wir die Vorschläge des KFN, die eine Anmeldung zur Prostitution auch für Hochschwangere, Minderjährige und Obdachlose ermöglichen sollen – was als gefährlicher Tabubruch und staatliche Legitimierung von Ausbeutung und Gewalt gesehen wird.
  • Die Evaluation wird als wissenschaftlich fragwürdig, ideologisch voreingenommen und politisch folgenlos bewertet – statt Schutzmaßnahmen für vulnerable Gruppen zu stärken, droht sie, das System Prostitution durch technokratische Regulierung zu stabilisieren.

 

 

EineWeltReport: Die EM, Menschenhandel und Prostitution – sollen die Sperrbezirke in München abgeschafft werden?

EineWeltReport mit Kevin Kaisig (Nord Süd Forum München e.V. - für eine solidarische Welt) auf Radio Lora: Wir sprechen mit Silvia Reckermann von der Aktionsgruppe Gleichstellung Bayern (AGGB) über Prostitution, Menschenhandel und die Sperrbezirke in München. Nach Angaben der OSZE stehen zwei Drittel des globalen Menschenhandels in Zusammenhang mit Prostitution und Deutschland ist dabei mit seiner liberalen Gesetzgebung eine Top-Destination. Gerade Großereignisse wie die EM oder die Wiesn sind auch in München mit einem Anstieg des Menschenhandels und der Prostitution verbunden. Im Rahmen der Kampagne #Rote Karte für Freier stellt sich die AGGB entschieden gegen diese Entwicklungen und warnt vor einer Abschaffung der Sperrbezirke in München. Wir diskutieren die Lebensrealität der Frauen, die oft in die Prostitution gezwungen werden, sowie gesamtgesellschaftliche Auswirkungen für Sicherheit und Gleichstellung, die tagtäglich auch am Münchener Hauptbahnhof zu spüren sind. 
EineWeltReport mit Kevin Kaisig (Nord Süd Forum München e.V. - für eine solidarische Welt)

EM Kampagne Rote Karte für Freier

Die Fans der EM 2024 aus ganz Europa zu Gast in München, Berichte in den Medien

Das Bayerische Fernsehen, Focus Online, BR24 und einige internationale Medien haben über unsere Kampagne @rotekartefürfreier berichtet.

Unterstützung aus der Zivilgesellschaft und Politik für die Kampagne Rote Karte für Freier

Von der SPD: Stadt, Land, Bund, EU

Aus dem EP: Martin Schulz, Parlamentspräsident a.D., Maria Noichl, MdEP, Bundestag: Bundesminister Lars Klingbeil, Bundesminister a.D. Franz Müntefering, Hanna Wolf, MdB a.D., Seja Knorr-Köning, Philippa Sigl-Glöckner, David Rauch, Münchner Kandidierende für den Bundestag, Landtagsabgeordnete: Katja Weitzel, Christiane Feichtmeier, Landesvorsitzende der SPD in Bayern Ronja Endres Stadtrat: Roland Hefter, Christian Köning (Parteichef SPD München), Robert Hagen, AK Internationales, Marie Fuckenrieder, Gleichstellungsbeauftragte der Jusos, Anne Hübner Fraktionsvorsitzende des Stadtrates der Münchner SPD, Cumali Naz SPD Stadrat und viele andere mehr  

Von der CSU

CSU: Finanzminister a.D. Theo Waigel, Innenminister Joachim Herrmann, Tobias Reiß, Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Prof. Ursula Männle, Staatsministerin a.D., Clemens Baumgartner, CSU Oberbürgermeister Kandidat für 2026, Ulrike Grimm, CSU Stadträtin und Vorsitzende der Frauenunion, Delija Balidemaj, CSU Stadtrat München

Von den Freien Wählern, den Grünen, der ÖDP und anderen 

Landtag Freie Wähler: Susanne Enders, Roswitha Toso, Ulrike Müller, MdL Barbara Fuchs von den Grünen, Simon Klopstock von der V-Partei³, Dardan Kolic von den Grünen, Mitglied im Bezirkstag, präsentieren ebenfalls stolz die Rote Karte für Freier.

Auch von den Grünen gibt es Unterstützung für das Nordische Modell

Barbara Fuchs, MdL von den Grünen, hier geht es zu ihrem Reel auf Instagram, einfach auf das Bild klicken

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